Aussagen von Behörden

Der Brief von Familie Grämiger vom Oktober 2009 an den Gemeinderat Bronschhofen bezweckte, dass letzterer seinen Entscheid, den Rebberg jetzt doch zu einem Teil (eine Bautiefe über zwei Parzellen) in die Bauzone aufzunehmen, nochmals überdenkt. Eine Kopie wurde auch dem Stadtrat in Wil zur Kenntnis zugestellt.

Die Antwort des Stadtrates Wil im Schreiben vom 17. Dezember 2009 an den Gemeinderat Bronschhofen lautete :

„ Am 22. Oktober 2009 haben wir eine Kopie des Schreibens von Christa und Jürg Grämiger­Bürge, adressiert an den Gemeinderat Bronschhofen, betreffend Ortsplanungsrevision Bronschhofen bekommen.

Wie die Verfasser richtig feststellen, sind in den letzten hundert Jahren beträchtlich Rebflächen auf Wiler und Bronschhofer Boden verschwunden. Dass damit ein wichtiges Kulturgut verloren gegangen ist, hat man erkannt. Dementsprechend ist im Richtplan der Stadt Wil die Erhaltung des Wiler Rebbergs und dessen eventuelle Ausdehnung, unter Wahrung des beliebten Schlit­telhangs, ein wichtiges Ziel im Themenkreis Landschaft des Projekts Stadtentwicklung Wil. Da­zusteht in einem direkten Zusammenhang auch die Erhaltung der angrenzenden Rebflächen auf Bronschhofer Boden und dies insbesondere in der Umgebung der alten Trotte.

Nach verschiedenen Kontakten mit den Behörden in Bronschhofen anerkennen wir durchaus Ihre Bemühungen bezüglich der Erhaltung des Rebareals auf dem Gemeindegebiet von Bronschhofen.

Mit einem gewissen Erstaunen haben wir zur Kenntnis genommen, dass nun offenbar beab­sichtigt ist, ein Teil des Gebietes um die Trotte einzuzonen. Nach Meinunq des Stadtrats würde eine gemeindeübergreifende Lösung mit einer von Reben umgebenen Trotte dem Anspruch nach Erhalt eines einmaligen Kulturguts am besten Rechnung tragen. Eine Ersatzanpflanzung vermag kaum zu befriedigen.

Wir sind zuversichtlich, dass die Gemeindebehörden Bronschhofen eine allseits befriedigende optimierte Lösung erarbeiten werden.“

In der Verlautbarung zur Gemeindefusion Wil – Bronschhofen steht vollmundig:

Heutige und künftige Herausforderungen im Siedlungsgebiet Wil-Bronschhofen sind auf beiden Seiten der Gemeindegrenze grossenteils identisch. Sie machen nicht an Grenzen Halt und verlangen daher je länger je mehr nach grenzüberschreitender Betrachtung.

Die Entwicklung ihrer Gemeinde im Auge zu behalten und diese aktiv zu gestalten, das gehört zu den Kernaufgaben von Gemeindebehörden. Diese Aufgaben haben auch der Gemeinderat von Bronschhofen und der Stadtrat von Wil stets ernst genommen. Primär stand dabei jeweils die eigene Gemeinde im Zentrum. Sicherlich wurden in den aktuellen Raumplanungen die beiden Gemeinden nicht bloss isoliert betrachtet – wo immer möglich und nötig wurden Berührungspunkte aufeinander abgestimmt. Dennoch: Eine ganzheitliche, nicht durch Gemeindegrenzen unterbrochene Betrachtungsweise und Planung für das Siedlungsgebiet Wil-Bronschhofen-Rossrüti fehlt. Grundsätzlich lässt sich aber sagen: Zahlreiche aktuelle raumplanerische Herausforderungen lassen sich nicht separat für eine einzelne Gemeinde lösen.

Sind das für den Gemeinderat Bronschhofen blosse Lippenbekenntnisse?!