Ortsplanungsforum

Protokollauszüge aus den Sitzungen des Ortsplanungsforums und des Lenkungsausschusses sowie aus dem verabschiedeten Entwicklungskonzept

19. März 2007 -Lenkungsgruppe

An der nächsten Sitzung des Ortsplanungsforums wird diesem das Konzept zur Diskussion, allfälligen Abänderung und Verabschiedung vorgelegt werden. Nach der Verabschiedung des Konzepts wird der Stadtrat Wil am 18. April 2007 über den Stand der Ortsplanung Bronschhofen informiert werden.

25. April 2007 – Auszug aus dem bereinigten Entwicklungskonzept Revision Ortsplanung

Zum Thema Natur und Landschaft:

Wertschätzung und Erhalt der sehr guten Situation …….
Erhalt und Ausbau von Landschaftsfenstern
Konzept –
Freihaltung der Rebgebiete Bronschhofen-Wil

3. April 2007-Zum Thema Landschaftsbild

Nebst den erwähnten Landschaftsfenstern soll auch das Rebgebiet, allenfalls in Zusammenarbeit mit der Stadt Wil, frei gehalten werden.

22. August 2007 – Zum Thema Rebberg

Die Mehrheit des Ortsplanungsforums zeigt sich von der Absicht der Lenkungsgruppe, 2 Parzellen beim Rebberg einzonen zu wollen, überrascht und hat dafür kein Verständnis. Er ist davon ausgegangen, dass die bisher darüber geführten Diskussionen zeigten, dass der Rebberg erhalten bleiben sollte. Der Rebberg und die Trotte sind zwei heikle Objekte, bei denen sich die Gemeinde gut überlegen muss, ob sie nicht im Grundsatz erhalten bleiben sollen. Das Gebiet hat einen kulturgeschichtlichen Hintergrund und auch einen Werbeeffekt für Bronschhofen. Vor ca. 20 – 25 Jahren wurde dem damaligen Eigentümer zugesagt, dass 3 Parzellen, die mittlerweile auch überbaut worden sind, eingezont werden, wenn dafür der Rest des Rebberges erhalten bleibt. Beide Rebberge, der in Wil und Bronschhofen, werden von der Ortsbürgergemeinde Wil bewirtschaftet, welche den Bronschhofer Teil dazu gepachtet hat. Bei der Einzonung besteht die Gefahr, dass rund die Hälfte des jetzigen Rebberges verloren geht. Die Reben hinter den eingezonten Grundstücken können ebenfalls nicht mehr sicher bewirtschaftet werden. Somit stellt sich dann auch die Frage, ob es sich wirtschaftlich noch lohnt die Reben anzubauen. Zudem könnte die Einzonung auch eine Signalwirkung nach Wil haben. Aufgrund dieser Überlegungen ist gemäss Ortsplanungsforum davon abzusehen, beim Rebberg eine Neueinzonung zu planen, d.h. man spricht sich mehrheitlich für eine unveränderte Beibehaltung des Rebbergs aus.

Max Rohr schlägt vor, dass die Lenkungsgruppe die Einzonung noch einmal überdenkt. Nächste Woche findet zudem eine Zusammenkunft mit dem Stadtrat Wil statt, an der dieses Thema ebenfalls besprochen werden kann, um auch die Haltung des Stadtrates zu „seinem“ Rebberg zu erfahren.

3. Sept. 2007 – Zum Thema Rebberg

Jürg Grämiger erinnert, dass an der letzten Sitzung der Erhalt des Rebbergs diskutiert worden war. Er möchte wissen, ob dieser in ein Landschaftsschutzgebiet eingeordnet wird.

Hanspeter Woodtli möchte den Rebberg aufgrund der geführten Diskussion in einen eigenen Abschnitt aufnehmen. In der Schutzverordnung kann kein spezifisches Rebbergschutzgebiet bezeichnet werden. Hingegen ist eine Grünzone möglich, wenn wenn der Schutz auf eine länger Zeit – mindestens eine Generation – gewährleistet werden soll. Letztendlich muss mit dem Kanton im Detail beraten werden, wie der Rebberg rechtsverbindlich geschützt werden kann.

Max Rohr informiert dazu, dass der Wiler Stadtrat anlässlich der kürzlich stattgefundenen Zusammenkunft bestätigte, dass der Rebberg auch seitens Wil ganz klar erhalten werden soll.

19. Mai 2008 und 11. Juni 2008 – Auswertung der Vernehmlassungen zum Richtplanentwurf

Daniel Ehrat / Grundstück Nr. 899, 2467, 2468 (Rebberg)
weißt in seiner Stellungnahme darauf hin, dass das Einzonungsgesuch früher immer positiv beurteilt worden sei, dass die Rebstöcke in nicht allzu ferner Zukunft ausgerissen und nicht mehr ersetzt würden, dass attraktives Bauland und Steuersubstrat in der im Richtplan vorgesehenen Zone (Grünzone Schutz) nicht entstehen könne und somit für ihn eine mittelfristige Rückkehr nach Bronschhofen nicht mehr möglich sei.

Hanspeter Woodtli:
Der Erhalt des lokalen Rebbergs ist auch im Zusammenhang mit dem Rebberg der Stadt Wil sowie den beiden Trotten als Kulturobjekte zu beurteilen. Aus diesem Grund ist eine Ausweitung des Baulandes bzw. die Schliessung der Baulücke, die den Blick in den Rebberg freigibt, aus ortsplanerischen und kulturpflegerischen Erwägungen nicht zu befürworten.

Beschluss:  Die Gründstücke Nr. 899, 2467 und 2569 bleiben in der Landwirtschaftszone.

Gemeinderatsentscheid:

Mit der gleichen Zustellung des Protokolls und klaren Beschlusses des Ortsplanungsforums vom 19. Mai und 11. Juni 2008 mit Schreiben vom 5. Juni 2009 erfolgt die Zustellung des alldem widersprechenden Richt- und Zonenplanentwurfs des Gemeinderates. Entgegen sämtlicher Protokolle und Beschlüsse des Ortplanungsforums in mehreren Sitzungen hat der Gemeinderat nun im vorgeschlagenen Richt- und Zonenplan den Rebberg wiederum mit zwei Parzellen in die Bauzone W2 eingezont und will somit den Rebberg Bronschhofen zum ansehnlichen Teil zur Überbauung freigeben. Damit wird eine jahrhundealte gechichtsträchtige Tradition des Dorfes als Rebgemeinde und ein letztes Kulturgut unserer Gemeinde mit einem Federstrich preisgegeben.

17. Juni 2009 und 11. Juni 2008

Entgegen dem neuesten überraschenden Entscheid des Gemeinderates, den Rebberg Bronschhofen wiederum mit mindestens 2 Parzellen einzuzonen, hat das Ortsplanungsforum grossmehrheitlich daran festgehalten, dass der Rebberg frei bleibt und keine Einzonung erfolgt. Der teilnehmende Gemeinderatsausschuss hat bestätigt, sich an diesen Entscheid zu halten.

Öffentliche Information der Bevölkerung vom 23. Juni 2009

Die Offenlegung der Ortsplanung an der öffentlichen Information vom 23. Juni bestätigt den Entscheid des Ortsplanungsforums, der Rebberg Bronschhofen bleibt frei und in der Landwirtschaftszone, mit der Aufnahme in den Schutz Kulturgut Rebberg in der Schutzverordnung.

Oktober 2009 und öffentliche Auflage 27. Jan. 2010 Gemeinderat

Entgegen seiner Zusage informiert der Gemeinderat die Besitzer der Trotte im Okt. 2009 und legt schliesslich im Januar den neuen Zonenplan auf, dass zwei Parzellen im Rebberg, 899 und 2467, teilweise eingezont werden sollen in die Zone W2, der Rest soll unter Schutz gestellt werden in der Schutzverordnung als „Landschaftsschutzgebiet Kulturgut Rebberg“.

9552 Bronschhofen, im Februar 2010 – Jürg Grämiger, Mitglied Ortsplanungsforum

Protokollauszüge als PDF: Protokollauszüge